Otto Normalbürger

Otto, der Normalbürger
Otto, mit seinem aschgrauen Anzug
ist Abziehbild seiner Generation
Otto, in seinem adretten Aufzug

ist du und ich, irgendwo - doch was macht das schon.

Otto war schon immer schlau, hatte eine schöne Frau
saß niemals im Bau und studierte genau
doch nun fühlt er sich blöd, denn sein Leben ist öd
egal - Täglich er geht, ist niemals zu spät

Täglich
und Stündlich
selbst Sekündlich
noch pünktlich

doch Otto gehts schlecht, und das auch zurecht
seine Frau ist gegangen, neue Liebe empfangen
aber Otto der sitzt, im Büro - und er Schwitzt
denn Otto der zahlt, an die Frau und den Staat

ja der Otto der blecht - alle findens gerecht
nur Otto gehts schlecht, nur Otto gehts schlecht.

Und Otto der trinkt, da das Glück ihm dann winkt
und Otto der säuft, wenn das Pech überläuft

und der Otto, der schafft. Steht er doch voll im Saft.
und der Otto der säuft, weils ja sonst nicht mehr läuft

was er nicht (mehr) kann? : Träumen,
was längst nicht mehr geht? : Hoffen,

anstatt sich gequält aufzubäumen
erträgt er das Leben, besoffen…

Eine Zukunft - die winkt ihm
ganz Fratzenverschleiert

Das Leben - es stinkt ihm
alles wirkt ausgeleiert

Er ist überwürtzt
er ist ausgekocht
in sein Schicksal gestürzt
und erträgt es dennoch.

Otto gehört zur Mittelschicht
- und ohne Otto? -ging es nicht!

1 Kommentar zu “Otto Normalbürger”

  1. lyriksplitter Schrieb

    Viel zu wahr!

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