Dornenpilger

Barfuß über Dornen wandern
einen Fuß neben den andern
Stiche in das Fleisch vergessen
Zähne beißen - weiterhetzen
Wissen um der Taten Schmerzen
jeder Schritt kommt tief von Herzen
jeder Schrei verzweifelt Hoffen
doch die Wunden bleiben offen
Der Rückweg ist nicht zu beschreiten
zuviele Dornen - zuviel Leiden,
Stehenbleiben wär fatal
im Hinblick auf die kommend Qual
Das Weitergehn ist einzig richtig
das Ende dieses Wegs ist wichtig
doch im Blickfeld stur verstrickt
sich weitreichend das Dorngestrüpp

Was ist der Weg aus diesem Leben?
Gehen, Umdrehn, Leiden, Beten?
Im Herzen ist der Wunsch gewiss
das irgendwo das Ende ist.
Im Kopfe aber um so klarer
das niemals ist, was nicht längst da war
Und doch bleibt irgendwann im Bald
nur noch ein Ausweg, dergestalt:

Die Schuhe die ich auf dem Rücken
baumelnd trage - doch zu zücken
und all die Schönheit und die Pracht
die mich hier so benommen macht
Niederzutrampeln, Einzureißen
dem Leben auf sein DU zu Scheißen
Die Schönheit glatt zu übersehn
sie zu zerfetzen und zu gehn
wohin ich will ; zu allerletzt
das Tier in mir mein Herz zerfetzt
auf das es nicht mehr einzig schlage
für die Romatik und die Frage
was andern Menschen Gut und Besser
- ich leg mein Leben unters Messer
und schneide Stück für Stück, genüsslich
die Liebe aus - weil überflüssig.

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